3D-Modellierung als zentrale Planungsbasis im Holzbau
3D-Modelle sind im Holzbau längst mehr als Visualisierungshilfen. Sie sind das zentrale Arbeitsmittel, in dem Geometrie, Konstruktion, Nachweise, Details und Fertigungsinformationen zusammenlaufen.
Im Neubau ermöglichen sie strukturierte Planung und Koordination. Beim Weiterbauen und Sanieren sind sie häufig der Schlüssel, um reale Geometrien, Abweichungen und Schnittstellen beherrschbar zu machen.
Modellierung im Neubau: Struktur und Konsistenz
Im Neubau bildet das 3D-Modell:
Tragstruktur,
Bauteilaufbauten,
Anschlüsse,
Öffnungen,
Installationsräume
in einer konsistenten Geometrie ab.
Modell als Entscheidungsgrundlage
Varianten lassen sich vergleichen:
unterschiedliche Spannweiten,
alternative Deckenaufbauten,
Materialkombinationen,
Vorfertigungstiefen.
Das Modell wird so zum Werkzeug für fundierte Entscheidungen, nicht erst in der Ausführung.
Modellierung beim Weiterbauen: Abbild der Realität
Im Bestand ist das Modell weniger idealisiert, sondern realitätsnah.
Integration von Bestandsdaten
Aus Laserscans entstehen:
Punktwolken,
Bestandsmodelle,
Referenzgeometrien.
Diese bilden die Grundlage für:
Tragwerksplanung,
Detailentwicklung,
Arbeitsvorbereitung.
Verformungen, Schiefstellungen und Maßabweichungen werden bewusst übernommen – nicht korrigiert.
Alt–Neu im Modell
Besonders anspruchsvoll sind:
Übergänge,
Auflagerdetails,
Toleranzzonen.
Das Modell hilft, diese Bereiche transparent zu planen und früh zu bewerten.
Modell als Schnittstelle zwischen Disziplinen
Im Modell werden zusammengeführt:
Statik (Querschnitte, Lastannahmen),
Bauphysik (Schichten, Ebenen),
Brandschutz (Bekleidungen, Durchdringungen),
TGA (Durchdringungen, Schächte)
AV (Elementierung, CNC),
Montage (Reihenfolgen, Logistik).
Ein konsistentes Modell reduziert Fehlinterpretationen.
Von der Modellierung zur Fertigung
Ein sauberes Modell ermöglicht:
direkte CNC-Ansteuerung,
präzise Materiallisten,
Werkstatt- und Montagepläne,
belastbare Termin- und Ablaufplanung.
Gerade im Bestand ist diese Durchgängigkeit entscheidend, um Überraschungen auf der Baustelle zu minimieren.
3D-Modellierung ist im Holzbau das zentrale Bindeglied zwischen Planung, Fertigung und Ausführung. Im Neubau schafft sie Struktur und Effizienz, im Bestand Transparenz und Sicherheit. Ihre Stärke liegt nicht in der Visualisierung, sondern in der Integration aller fachlichen Anforderungen.