Qualität entsteht im Prozess, nicht durch eine Endkontrolle.
Planung endet nicht mit dem letzten Plan, und Qualität entsteht nicht erst bei der Schlussabnahme. Speziell im Holzbau, mit hohem Vorfertigungsgrad, sensiblen Details und engen Toleranzen, entscheidet die Übereinstimmung von Planung und Ausführung über den Projekterfolg. Baubegleitung ist deshalb kein formaler Kontrollakt, sondern integraler Bestandteil einer qualitätsgesicherten Planungskette. Baubegleitung bedeutet nicht permanente Präsenz auf der Baustelle, sondern gezielte fachliche Kontrolle zur richtigen Zeit. Der Fokus liegt dort, wo Fehler später nicht oder nur mit großem Aufwand korrigierbar sind.
Professionelle Baubegleitung arbeitet risikoorientiert: • stichprobenartige Kontrollen relevanter Bauabschnitte, • Fokus auf kritische Details und Schnittstellen, • Überprüfung der Übereinstimmung mit genehmigter Planung, • frühes Erkennen systematischer Abweichungen.
Ziel ist nicht, Ausführung zu übernehmen, sondern Abweichungen früh sichtbar zu machen – bevor sie sich fortpflanzen.
Im Holzbau liegen die Risiken selten in der Fläche, sondern im Detail: • Anschlüsse Holz–Holz und Holz–Mineralisch, • Luftdichtheits- und Feuchteebenen, • schall- und brandschutzrelevante Schichtfolgen, • Durchdringungen und Installationsführungen, • Toleranzausgleich bei Vorfertigung und Montage.
Diese Punkte lassen sich auf Plänen sauber lösen – müssen auf der Baustelle aber bewusst umgesetzt werden. Baubegleitung schafft hier den Abgleich zwischen Theorie und Praxis.
Ein zentraler Bestandteil der Baubegleitung ist die strukturierte Dokumentation: • Fotodokumentation kritischer Bauzustände, • Protokollierung von Abweichungen und Entscheidungen, • Nachvollziehbarkeit von Änderungen, • Grundlage für spätere Abnahmen oder Gewährleistungsfragen.
Gerade bei verdeckten Bauteilen (z. B. Schichtaufbauten, Anschlüsse) ist diese Dokumentation oft der einzige Nachweis, dass korrekt gebaut wurde.
Eine qualifizierte Abnahme geht über das Sichtbare hinaus: • Abgleich mit freigegebenen Plänen und Bauteilen, • Prüfung bauphysikalisch relevanter Ausführungen (saSV Wärme und Schall), • Kontrolle der Ausführung kritischer Anschlüsse, • Bewertung von Abweichungen: zulässig, zu dokumentieren oder zu beheben.
Dabei geht es nicht um Mängelsuche um ihrer selbst willen, sondern um eine klare technische Einordnung.
Eine gute Abnahme schließt den Kreis: • Planung → Ausführung → Kontrolle → Rückmeldung. Erkenntnisse aus der Ausführung fließen zurück: • in Detailverbesserungen, • in Bauteilkataloge, • in zukünftige Projekte.
So wird jedes Projekt auch zu einem Lernprozess.